San Francisco: Rauchen in Wohnungen verboten, aber Marihuana Konsum ist erlaubt!

Bewohner von San Francisco, die in WohngebĂ€uden mit drei oder mehr Einheiten leben, dĂŒrfen in ihren Wohnungen keinen Tabak mehr rauchen – aber sie dĂŒrfen immer noch Cannabis, in der Wohnung, konsumieren. GemĂ€ĂŸ einer neuen Verordnung, die der Aufsichtsrat am Dienstag verabschiedet hat.

Das Gremium stimmte mit 10:1 Stimmen, wobei der Stadtrat Dean Preston nicht zustimmte. San Francisco ist nun die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes, die das Tabakrauchen in WohnhĂ€usern verbietet.

„Man sollte nicht in einem Einfamilienhaus leben mĂŒssen, um saubere Luft atmen zu können“, sagte ,Norman Yee der die Verordnung geschrieben hat. „Dieses Recht sollte fĂŒr jede einzelne Person und Familie bestehen, unabhĂ€ngig davon, wo sie lebt oder wie hoch ihr Einkommen ist.“

Die Verordnung – die auch E-Zigaretten verbietet – soll die Anwohner vor Passivrauchen schĂŒtzen. Der ursprĂŒngliche Vorschlag sah vor, den Bewohnern das Rauchen von Cannabis in ihren Wohnungen zu verbieten, aber die Aufseher stimmten mit 8:3 Stimmen – gegen die Stimmen von Yee, Gordon Mar und Ahsha SafaĂ­ – dafĂŒr, Cannabis aus der Verordnung herauszunehmen.

Der Versuch, das Rauchen von Cannabis in InnenrĂ€umen zu verbieten, verĂ€rgerte Cannabis-Aktivisten, die sagten, das Gesetz wĂŒrde ihnen den einzigen legalen Ort zum Rauchen wegnehmen. Es ist nach staatlichem Recht illegal, Cannabis an öffentlichen Orten zu rauchen.

„Im Gegensatz zu Tabakrauchern, die immer noch ihre Wohnungen verlassen können, um auf den Bordstein zu gehen oder in anderen erlaubten Raucherbereichen im Freien zu rauchen. Die Cannabiskonsumenten hĂ€tten hingegen, keine solchen legalen Alternativen“, sagte Supervisor Rafael Mandelman, der den Änderungsantrag schrieb, um Cannabis auszunehmen.

Die Verordnung muss nĂ€chste Woche eine zweite Abstimmung des Gremiums abgestimmt werden, aber das ist eine reine FormalitĂ€t. Dann muss der BĂŒrgermeister sie unterschreiben, und das neue Gesetz wĂŒrde 30 Tage in Kraft treten.

Das Rauchen von Zigaretten und Cannabis ist in GemeinschaftsrĂ€umen wie TreppenhĂ€usern und Fluren verboten, und viele Vermieter verbieten ihren Mietern das Rauchen in den RĂ€umen ganz und gar. Das neue Gesetz geht noch einen Schritt weiter, indem es jedem, der in einem GebĂ€ude mit mehreren Einheiten lebt – einschließlich privater WohnhĂ€user, GebĂ€ude mit geringem Einkommen, die als Einzelzimmer-Hotels bezeichnet werden, und Eigentumswohnungen – das Rauchen in InnenrĂ€umen verbietet.

San Francisco schließt sich mit weiteren 63 kalifornischen StĂ€dten zusammen – darunter Alameda, Berkeley, Santa Clara und Santa Rosa – und Landkreisen mit einem solchen Verbot an.

WĂ€hrend die Gegner des Verbots argumentierten, dass das Recht in den eigenen vier WĂ€nden verletze wird, sagten die BefĂŒrworter, dass es wichtig sei, die Gesundheit von Nichtrauchern zu schĂŒtzen – insbesondere von einkommensschwachen Bewohnern, die in dichten Wohnblocks leben. Nach Angaben der Centers for Disease Control und Prevention (Zentren fĂŒr Krankheitskontrolle und -vorbeugung) sterben in den USA jĂ€hrlich mehr als 480.000 Menschen an den Folgen von Zigarettenkonsum, darunter mehr als 41.000 durch Passivrauchen.

FĂŒr die Durchsetzung des neuen Gesetzes ist die Gesundheitsbehörde (Department of Public Health) zustĂ€ndig. GemĂ€ĂŸ der Verordnung, muss die Behörde zunĂ€chst versuchen, die Rauche aufklĂ€ren und Rauchern beim Aufhören helfen und unterstĂŒtzen. WiederholungstĂ€ter können mit einer Geldstrafe von 1.000 Dollar pro Tag belegt werden – eine ZwangsrĂ€umung ist jedoch nicht möglich.

„Ich bin sehr besorgt ĂŒber die Rechte der Menschen, aber ich bin auch besorgt ĂŒber die Gesundheit der Menschen,“ sagte SafaĂ­. „Die Wissenschaft und die Daten (zum Passivrauchen) sind unumstĂ¶ĂŸlich.“

Preston drĂ€ngte seine Kollegen dazu auf, die Verordnung zur weiteren PrĂŒfung an den Ausschuss zurĂŒckzuschicken, damit sie die Auswirkungen auf die Einwohner von San Francisco besser verstehen können. Er befĂŒrchtete, dass das neue Gesetz vor allem gegen Langzeitmieter eingesetzt werden wĂŒrde, die in ihren MietvertrĂ€gen Bestandsschutz hatten.

Fred Sherburn-Zimmer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Housing Rights Committee, war ebenfalls besorgt darĂŒber, wie sich das neue Gesetz auf Ă€ltere Bewohner auswirken könnte, die nur wenige andere Möglichkeiten haben, als drinnen zu rauchen.

„Es ist nicht einfach, mit dem Rauchen aufzuhören, und wir sehen immer wieder Ă€ltere Mieter, die Schwierigkeiten haben, die Treppe hinunter zu kommen“, sagte sie. „Eine neue Richtlinie der Stadt wird niemandem bei seiner Sucht helfen.“

Prestons Antrag, die Gesetzgebung auf ein spÀteres Datum zu verschieben, wurde mit einer 6:5 Abstimmung abgelehnt.

Shawn Richards, Mitinhaber der Cannabis-Apotheke Berner’s on Haight, sagte, dass das Verbot des Cannabis- und Tabakrauchens in InnenrĂ€umen den Menschen den „freien Willen und die Rechte“ nehmen wĂŒrde. Er war auch besorgt darĂŒber, wie dieses neue Verbot unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig viele farbige Menschen treffen wird, die in MehrfamilienhĂ€usern leben.

 

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