Im Hauptfach: Cannabis

Cannabis und Studium gehören nicht selten zusammen und viele Studenten entdecken ihr Interesse an der berauschenden Pflanze an der Hochschule. Ein Studium mit medizinischem Marihuana als Thema ist allerdings neu – und kommt dennoch nicht überraschend! Genau wie Medizin, macht es Sinn, zu diesem Thema zu forschen und an neuen Entwicklungen zu arbeiten. Wichtige Erkenntnisse werden nicht selten an Universitäten entdeckt, da diese nicht nur die nötigen Ressourcen für Forschung und Studien haben, sondern sie können zusätzlich, mit erfolgreichen Veröffentlichungen in diesem etablierten Rahmen, die Wahrnehmung zu bestimmten Themen verändern.
Nun haben die ersten Universitäten Studiengänge zum Thema Cannabis eingeführt. Im Folgenden stellen wir dir vor, was sich genau dahinter verbirgt und wie speziell Neuseeland dieses Thema erfolgreich angeht.

Die ersten Schritte

Den Anfang machte eine der führenden Universitäten Neuseelands: Die Auckland University of Technology (AUT). Hier wird nun seit dem 20. Juli 2020 der erste Studiengang des Landes zum Thema medizinisches Cannabis angeboten. Thematisch wird es vor allem darum gehen, wie medizinischer Hanf angebaut und dosiert wird. Vor allem der klinische Aspekt, steht hier im Vordergrund. Titel des Studiengangs: „Die Wissenschaft des medizinischen Cannabis“(Science of Medicinal Cannabis). Hierbei handelt es sich um einen Master-Studiengang in der naturwissenschaftlichen Fakultät der renommierten Universität. Studenten lernen hier nicht nur die praktischen Seiten des Anbaus, sondern auch alles wirtschaftliche und bekommen Einsichten in die Komplexität der Marihuana-Industrie.
Verschiedenste Module lehren Studenten zu Themen wie der Züchtung von medizinischem Cannabis, Zusammenstellung medizinischer Cannabisprodukte und die Analyse der verschiedenen Cannbinoide und ihrer Wirkung.
Dieses Allroundpaket wird außerdem mit Modulen zur Geschichte des medizinischem Hanfs, Botanik und Dosierung von Cannabis, vervollständigt



Für eine grünere Zukunft

Die AUT scheint mit diesem Studiengang den Nerv der Zeit zu treffen. Für Absolventen könnten die Chancen auf einen Arbeitsplatz besser nicht sein, da die Industrie rundum medizinisches Cannabis gerade erst richtig Fahrt aufnimmt. Hier verbinden sich wirtschaftliche- mit medizinischen Aspekten und mit einer immer älter werdenden Weltbevölkerung, liegt die Zukunft in allem zum Thema Wohlbefinden und Lebensqualität.
Da es sich hier um einen Masterstudiengang handelt, ist ein abgeschlossenes Bachelor-Studium die Voraussetzung für alle angehen „Cannabis-Wissenschaftler“.
Für 2021 ist geplant, dass das Programm durch weitere Kursen ergänzt wird, unter anderem mit Modulen für Bachelor-Studenten.
Leiter des Studienganges und Autor des ersten wissenschaftlichen Artikels in diesem Rahmen, Dr Seyfoddin, erklärte dem Vice-Magazin: „Das Thema Cannabis und die damit zusammenhängende Legalisierung ist in Neuseeland immer wieder ein großes Thema“ und verdeutlicht „die Forderung nach gut ausbildeten Arbeitskräften hat uns dazu motiviert diesen Artikel zu veröffentlichen “ – ein eigener Studiengang zu diesem Thema ist damit nicht nur wünschenswert, sondern essentiell.

Abstimmung zur Legalisierung

Im September diesen Jahres, soll mit einer Volksabstimmung darüber entschieden werden, wie der Genusskonsum von Marihuana in Zukunft gehandhabt werden soll. Die Idee ist, Verkauf und Konsum von Hanfgütern mit berauschender Wirkung für Personen ab 20 Jahren zu legalisieren. Sollte diese Abstimmung erfolgreich ausgehen und sich die Mehrheit der 5 Millionen Staatsbürger der Insel sich für eine Freigabe entscheiden, wäre das Land in Gesellschaft der USA, Kanada und Uruguay, als Vorreiter für den legalen Konsum von Cannabis.
Was den Verkauf von medizinischem Marihuana angeht, liegt Neuseeland übrigens etwas hinter Deutschland. Während in Deutschland seit 2017 Marihuana auf Rezept erworben werden kann (wenn auch unter stengen Auflangen), ist dies in Neuseeland erst seit Ende 2018 möglich.

Wirkung durch Bildung

Neuseeland ist mit diesem Projekt nicht alleine! Auch die ersten Universitäten in den USA stellen Studiengänge mit ähnlichem Inhalt vor. Studenten an der University of Maryland können ab Herbst diesen Jahres das zwei-jährige Masterprogramm „Medical Cannabis Science and Therapeutics“ aufnehmen – ideal für diejenigen, die eine Karriere in der Industrie anstreben. Hier wird es vor allem um den medizinischen und klinischen Nutzen der Pflanze gehen, sowie um potentielle Nebenwirkungen und die Gesetzeslage. Hier geht es nicht nur um Innovation sondern auch darum zu lernen, Informationen zu nutzen, um einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu erwirken – für mehr Verständnis. An der Lake Superior State University in Michigan, liegt mit dem Cannabis Wirtschafts-Kurs, der Fokus vor allem auf den geschäftlichen Aspekten und auch dies ist wichtig, für die stetig wachsende Cannabis-Industrie. Kalifornien ist nochmal einen Schritt weiter gegangen, was das Studienangebot angeht, in Oakland gibt es nicht nur den ein oder anderen Kurs, sondern gleich eine ganze „Cannabis Universität“. Die 2007 gegründete „Oaksterdam University“ hat sich komplett der wissenschaftlichen Untersuchung von Cannabis als Arzeimittel verschrieben. Ihre Mission: Das Geschäft rundum Cannabis zu legitimieren und den Weg zur erweiterten Legalität freimachen.

Bei Ausnahmen wird es in Zukunft nicht bleiben – sobald sich dieser Wissenschaftszweig einmal etabliert hat, können wir davon ausgehen, dass Angebot und Nachfrage wachsen werden und ähnliche Kurse an Institutionen auf aller Welt angeboten werden. Für mehr Akzeptanz – zum Vorteil aller.

 

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